Kanzelwand und Fellhorn – der Zwei-Länder-Berg über Riezlern

Auf dem Gipfelgrat zwischen Kanzelwand und Fellhorn stehen Sie mit einem Fuß in Österreich und mit dem anderen in Deutschland. Der Grenzverlauf folgt hier exakt der Wasserscheide, und weil die Grenze auf 2.000 Metern niemanden interessiert, ist aus zwei Bergen zweier Staaten längst ein einziges Wander- und Skigebiet geworden: von Riezlern führt die Kanzelwandbahn hinauf, von Oberstdorf die Fellhornbahn, und oben treffen sich beide Seiten auf demselben Wiesenrücken.

Die Kanzelwand misst 2.058 Meter, das Fellhorn 2.037 Meter. Zwischen den beiden Gipfeln liegen keine zwei Kilometer Luftlinie. Für das Kleinwalsertal ist das der Hausberg mit dem größten Publikum: leichte Wege für Familien, ein ernsthafter Grat für Geübte, im Sommer eine der dichtesten Alpenblumen-Landschaften der Allgäuer Alpen und im Winter das größte zusammenhängende Pistengebiet der Region.

Zwei Gipfel, eine Wasserscheide

Wer von Riezlern aus nach Nordosten schaut, sieht die Kanzelwand als breiten, begrünten Rücken, der nach Süden in Felsabbrüche übergeht. Das Fellhorn schließt nördlich an, dahinter ziehen Schlappoltkopf (1.968 m) und Söllerkopf (1.925 m) weiter Richtung Oberstdorf. Geologisch ist das eine ganz andere Welt als der schroffe Karst des Hohen Ifen mit seinem Gottesackerplateau auf der gegenüberliegenden Talseite: weiche Grasflanken statt Schrattenkalk, Weiden statt Karrenfelder. Auch der dritte große Aussichtsberg des Tals, das Walmendingerhorn, gehört zu dieser weicheren Sorte.

Diese Grasberge sind der Grund für den Blumenreichtum. Auf den Hängen zwischen Bergstation und Gipfel wachsen über 120 verschiedene Blumen- und Pflanzenarten, weshalb das Fellhorn seit Jahrzehnten als Blumenberg vermarktet wird. Der Höhepunkt ist die Alpenrosenblüte Ende Juni und in der ersten Julihälfte, wenn ganze Hänge rot überzogen sind.

Mit der Kanzelwandbahn von Riezlern hinauf

Die österreichische Zustiegsbahn startet in Riezlern auf 1.087 Metern und endet auf 1.957 Metern – 870 Höhenmeter auf 2.480 Metern Seillänge, in gut neun Minuten Fahrzeit. Technisch ist sie eine Zweiseilumlaufbahn mit Sechser-Kabinen aus dem Jahr 1989, die 1.500 Personen pro Stunde schafft: robust, mit großen Scheiben, kein Prestigeobjekt. Ein Ersatz durch eine Zehner-Gondelbahn ist mittelfristig geplant. Betreiber ist die Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen, unter deren Dach auch die anderen Anlagen des Verbunds hängen.

Der Blick aus der Kabine erklärt die Geografie besser als jede Karte: Unten die Häuserzeile von Riezlern entlang der Breitach, dahinter der flache Talboden, und je höher die Bahn steigt, desto deutlicher schiebt sich gegenüber der weiße Karstrücken des Gottesackers ins Bild. Nach etwa der Hälfte der Strecke verschwindet der Ort aus dem Sichtfeld, und es bleiben nur noch Weiden, Latschen und der Grat.

An der Bergstation liegen ein Panoramarestaurant und die Hammerspitzbar direkt am Ausstieg, wenige Minuten entfernt bewirtschaftet die Alpe Adlerhorst. Damit ist die Kanzelwand einer der wenigen Berge im Tal, an dem Sie ohne einen einzigen Höhenmeter Aufstieg auf einer Sonnenterrasse sitzen können – und trotzdem die volle Kulisse bekommen: gegenüber der Ifen, im Rücken die Allgäuer Hauptkette, tief unten das Tal.

Was der Sommer oben zu bieten hat

Von der Bergstation zweigen die Wege sternförmig ab. Der wichtigste ist der Zwei-Länder-Rundwanderweg, für den Sie rund zwei Stunden brauchen: Er führt vom Ausstieg zunächst hinunter zum Riezler Alpsee, einem künstlich angelegten Speichersee, der im Sommer als Blickfang und im Winter als Wasserreserve für die Beschneiung dient, und weiter zum Aussichtspunkt Rote Wand. Technisch ist die Runde leicht, sie verlangt aber festes Schuhwerk und Trittsicherheit auf Schotterpassagen.

Beide Gipfel sind von der jeweiligen Bergstation in etwa einer halben Stunde erreicht. Das ist der Grund, warum an schönen Julitagen so viele Menschen oben stehen, die sonst nie auf einen Zweitausender kommen: 30 Minuten Gehzeit, ein deutlich markierter Weg, und trotzdem ein echter Gipfel mit Kreuz und Rundumblick.

Die Fellhornbahn von der deutschen Seite

Von Oberstdorf aus beginnt der Zustieg im Ortsteil Faistenoy. Die Fellhornbahn arbeitet mit zwei parallelen Systemen: einer modernen Achter-Gondelbahn und einer zweiten Sektion, die im Winter zusätzlich läuft, dazu die Gipfelbahn ganz hinauf. In Spitzenzeiten befördert die Anlage bis zu 2.400 Personen pro Stunde – eine Zahl, die zeigt, in welcher Liga dieser Berg an Wintersamstagen spielt.

In der Fellhorn-Gipfelstation liegt die Bergschau, eine Ausstellung zur Bergwelt der Region: Wald, Wild und Jagd, Alpwirtschaft und Tourismus, untergebracht in einem Raum mit Panoramafenstern über die Allgäuer Alpen. Ein zweiter Ausstellungsteil steht im Walserhaus in Hirschegg im Tal – praktisch, wenn das Wetter oben zumacht.

Wie aus zwei Bergen ein Gebiet wurde

Dass Riezlern und Oberstdorf heute ein gemeinsames Wander- und Skigebiet betreiben, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von siebzig Jahren Bauen über die Grenze hinweg. Zuerst stand die Walsertaler Seite: In den Fünfzigerjahren entstand die erste Kanzelwandbahn, ein für damalige Verhältnisse gewagtes Projekt einer kleinen Gemeinde, die vom Fremdenverkehr leben wollte.

Die deutsche Seite zog Anfang der Siebzigerjahre mit der Fellhornbahn nach, und mit ihr wurden die beiden Skiberge erstmals verbunden. Seither ist die Zweiländerbahn, ein Vierer-Sessellift auf dem Grat, das Scharnier zwischen den Gebieten: Wer in Oberstdorf einsteigt, fährt am Nachmittag in Österreich Ski und umgekehrt. Für Gäste ist das komfortabel, für die Betreiber war es ein wirtschaftlicher Kraftakt – zwei Länder, zwei Rechtssysteme, zwei Währungen bis zur Euro-Einführung, ein Skipass.

Die zweite Bahngeneration folgte in den Achtziger- und Neunzigerjahren, die dritte läuft gerade: alte Sessellifte werden ersetzt, die Gipfelbahn am Fellhorn wurde vor einigen Jahren stillgelegt und erneuert. Was sich dabei nicht geändert hat, ist die Grundidee – ein Berg, von beiden Seiten erschlossen, mit einem Ticket befahrbar.

Die Touren: von 30 Minuten bis vier Stunden

Das Wegenetz an Fellhorn und Kanzelwand umfasst rund 14 ausgeschilderte Routen zwischen einer halben und sechs Stunden. Vier davon decken den Großteil dessen ab, was Gäste tatsächlich gehen.

Der Fellhorngrat – die große Runde

Die anspruchsvollste Tour startet an der Kanzelwand-Bergstation und zieht über den Grat nach Norden: Zweispitz (1.917 m), Fellhorn (2.037 m), Schlappoltkopf (1.968 m), Söllerkopf (1.925 m), dann hinunter zur Sölleralpe und weiter zur Söllereckbahn. Die Tourendaten nennen 8,2 Kilometer, rund vier Stunden Gehzeit und einen Höhenbereich zwischen 1.366 und 2.026 Metern, bewertet mit T3.

Der Weg verläuft streckenweise direkt auf der Staatsgrenze, an einer ausgesetzten Stelle sichert ein Drahtseil. Zwei Dinge sollten Sie einplanen: Der Grat liegt fast durchgehend in der Sonne, Wasser und Kopfbedeckung sind keine Kür. Und bei aufziehenden Gewittern gibt es auf dem Rücken keinen Unterstand – hier zählt die Wetterprognose mehr als der Ehrgeiz.

Mit Kindern: Burmiwasser und Schlappoldsee

Für Familien gibt es an beiden Bergstationen einen kurzen Weg, der genau so lang ist, wie Kinder mitmachen. Auf österreichischer Seite führt das Burmiwasser in etwa 30 Minuten von der Kanzelwand-Bergstation hinunter zum Riezler Alpsee: ein Wasser-Erlebnisweg mit Schleusen, Wasserrädern und Stationen zum Stauen und Umleiten. Auf deutscher Seite geht es vom Schlappoldsee in rund einer halben Stunde zur Alpe Schlappold, der höchstgelegenen Sennalpe Deutschlands – dieser Abschnitt ist kinderwagentauglich.

Wer beides an einem Tag verbindet, hat ohne große Gehzeit einen vollen Bergtag beisammen. Weitere Ideen dazu stehen im Beitrag Kleinwalsertal mit Kindern im Sommer.

Klettern und Kulturweg

An der Kanzelwand hängen zwei Kletterrouten, eine für Einsteiger und eine für Fortgeschrittene; die Route 2-Länder Sport liegt im Schwierigkeitsbereich C bis D. Wer es ruhiger mag, folgt dem Kulturweg zur Zwerenalpe, deren Siedlungsspuren bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Weitere Einkehradressen am Berg und im Tal finden Sie im Einkehr-Guide für Hütten und Alpen.

Die Alpe Schlappold: Käse aus 1.700 Metern

Die lohnendste Einkehr am Berg liegt auf der deutschen Seite. Die Alpe Schlappold auf rund 1.700 Metern ist Deutschlands größte und höchstgelegene Sennalpe und wird seit etwa 300 Jahren genossenschaftlich betrieben – die Kühe gehören Oberstdorfer Bauern, gesennt wird direkt oben.

Die Zahlen dahinter sind beachtlich: Im Hochsommer werden täglich rund 1.000 Liter Milch verarbeitet, über die etwa 100 Alptage kommen so ungefähr neun Tonnen Bergkäse zusammen. Dazu kommen Molkeschweine, aus denen Schinken, Speck und Wurst entstehen. Auf der Sonnenterrasse gibt es entsprechend das volle Programm: Bergkäse, hausgemachten Speck, frische Milch, Buttermilch, Joghurt, Kuchen – und Softeis aus der eigenen Milch, was bei Kindern regelmäßig alle anderen Argumente schlägt.

Die Alpe ist von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, das Vieh steht von Anfang Juni bis Ende September oben. Geöffnet ist täglich von 11 bis 16 Uhr. Im Juli und August gibt es dienstags um 11 Uhr eine Käseführung, für die Erwachsene 5 Euro und Kinder unter 14 Jahren 3 Euro zahlen; Gruppen können ganzjährig einen Termin vereinbaren. Wie die Sennereien im Tal selbst arbeiten, steht im Beitrag über Käse, Sennereien und Hofläden.

Auf der Walsertaler Seite übernimmt die Alpe Adlerhorst diese Rolle, wenige Gehminuten von der Kanzelwand-Bergstation entfernt. Zusammen mit dem Panoramarestaurant und der Hammerspitzbar an der Station selbst ergibt das drei Einkehrmöglichkeiten in Sichtweite – ungewöhnlich viel für einen Berg dieser Größe.

Wann Sie kommen sollten

Die Sommersaison an beiden Bahnen läuft grob von Ende Mai bis Ende Oktober, mit Revisionspausen dazwischen. Innerhalb dieses Fensters gibt es drei sehr unterschiedliche Phasen.

  • Ende Juni bis Mitte Juli: Alpenrosenblüte. Die Hänge stehen rot, die Wege sind trocken, die Gehzeiten stimmen. Das ist die Zeit, für die der Berg berühmt ist – und entsprechend voll an Wochenenden.
  • August: stabilste Verhältnisse für den Grat, aber die längsten Warteschlangen an den Kassen. Frühe Bergfahrt lohnt doppelt, weil die Gewitterneigung am Nachmittag steigt.
  • September und Oktober: klare Fernsicht, kühle Luft, wenig Betrieb. Der Grat ist im Herbst oft die schönste Variante, allerdings kann in Nordlagen früh Schnee liegen.

Wie sich die Jahreszeiten im restlichen Tal anfühlen, beschreibt der Beitrag über das Kleinwalsertal im Herbst.

Winter: 36 Pistenkilometer über die Grenze

Im Winter verschmelzen Kanzelwand und Fellhorn zum größten zusammenhängenden Skigebiet der Region: 36 Pistenkilometer, gut ein Dutzend Anlagen und zwei lange Talabfahrten, die längste davon rund 5,7 Kilometer. Der Charakter ist überwiegend mittelschwer, dazu kommen Buckelhänge und Skirouten für Geübte.

Auf der Walsertaler Seite liegt der Snowpark Crystal Ground, der seit 2005 besteht, auf der Oberstdorfer Seite der Crystal Peak Park. Wer von Riezlern startet, kann bis Oberstdorf abfahren und mit der Kanzelwandbahn wieder zurück – oder unten in den kostenlosen Bus steigen. Was das Skigebiet insgesamt bietet, steht auf der Seite zum Skigebiet Kleinwalsertal.

Auch ohne Ski lohnt der Winter am Berg. Die Kanzelwandbahn verkauft Fußgängertickets, oben führt ein präparierter Höhenweg an der Sonnenseite entlang, und die Terrassen sind an klaren Januartagen besser besucht als manche Piste. Wer lieber unten bleibt, findet Alternativen auf der Seite Winterwandern im Kleinwalsertal. Für die Abfahrt zurück ins Tal gilt: Die Talabfahrten sind lang und am Nachmittag entsprechend zerfahren – wer mit Kindern unterwegs ist, nimmt lieber die Bahn hinunter, das kostet nichts extra.

Preise für die Sommerbahnen

Die Sommertarife 2026 der Bergbahnen Fellhorn und Kanzelwand liegen in dieser Größenordnung:

  • Kanzelwandbahn, Berg- und Talfahrt: 39,30 Euro für Erwachsene
  • Kanzelwandbahn, einfache Fahrt: 29,90 Euro
  • Fellhornbahn bis zum Gipfel, Berg- und Talfahrt: 41,30 Euro
  • Zwei-Länder-Wanderticket für beide Gipfel: 41,30 Euro

Ermäßigungen gelten für Jugendliche der Jahrgänge 2008 und 2009, für Studierende und Auszubildende mit Ausweis sowie für Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019. Kinder ab Jahrgang 2020 fahren frei, und in Familien zahlt im Sommer 2026 nur das erste Kind – die weiteren Kinder derselben Familie fahren mit. Prüfen Sie die Beträge vor der Fahrt, die Tarife ändern sich saisonal; eine Übersicht über alle Karten steht im Beitrag zu Skipass- und Bergbahnpreisen.

Ein zweiter Blick lohnt sich in die Unterkunftsunterlagen: Viele Häuser im Tal geben Bergbahntickets vergünstigt oder inkludiert mit. Was der Gästepass abdeckt, ist dort im Detail beschrieben.

Anreise zu den beiden Talstationen

Die Kanzelwandbahn liegt in Riezlern und ist mit dem Walserbus von jedem Ort im Tal erreichbar, mit Gästekarte kostenlos. Zur Fellhornbahn in Faistenoy fährt der Bus über die Grenze Richtung Oberstdorf. Wer mit dem Auto kommt, findet an beiden Stationen Parkplätze, die an Schönwetter-Wochenenden im Sommer und an Ferientagen im Winter allerdings früh voll sind. Details zur Anfahrt ins Tal stehen auf der Seite Anfahrt ins Kleinwalsertal.

Die klassische Kombination für einen Wandertag: mit dem Bus nach Riezlern, hinauf mit der Kanzelwandbahn, über den Grat nach Norden und mit der Söllereckbahn hinunter nach Oberstdorf – und von dort mit dem Bus zurück. So brauchen Sie kein Auto und müssen nirgends zum Ausgangspunkt zurücklaufen. Wie gut das Tal ohne eigenen Wagen funktioniert, zeigt der Beitrag Urlaub ohne Auto.

Häufige Fragen

Kann man von der Kanzelwand zum Fellhorn wandern?

Ja, das ist die klassische Gratwanderung. Von der Kanzelwand-Bergstation über Zweispitz zum Fellhorn und weiter zum Söllereck sind es 8,2 Kilometer und rund vier Stunden. Wer nur die beiden Gipfel verbinden möchte, kommt mit deutlich weniger aus und kehrt zur Bergstation zurück.

Ist der Aufstieg auf die Kanzelwand für Kinder machbar?

Der Gipfelweg ab der Bergstation dauert etwa eine halbe Stunde und ist gut markiert. Für Kinder, die sicher gehen, ist er machbar; Kinderwagen kommen dort nicht durch. Kinderwagentauglich ist dagegen der Abschnitt vom Schlappoldsee zur Alpe Schlappold auf der deutschen Seite.

Wann blühen die Alpenrosen am Fellhorn?

Der Hauptflor liegt Ende Juni bis Mitte Juli, abhängig von Schneelage und Frühlingsverlauf. In schneereichen Jahren verschiebt sich die Blüte um ein bis zwei Wochen nach hinten.

Braucht man für den Grat Bergerfahrung?

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung, T3 bedeutet ausgesetzte Passagen und teils schmale Pfade. Eine gesicherte Stelle mit Drahtseil gibt es, Klettersteigausrüstung braucht es nicht. Bei Nässe oder Gewitterprognose ist die Runde keine gute Idee.

Lohnt sich die Auffahrt auch ohne Wanderung?

Ja. An der Kanzelwand-Bergstation liegen Restaurant und Bar direkt am Ausstieg, am Fellhorn die Bergschau-Ausstellung. Für einen halben Tag mit Aussicht, Kaffee und einem kurzen Spaziergang reicht das – Wanderausrüstung ist dafür nicht nötig.

Fazit

Kanzelwand und Fellhorn sind der Berg, an dem sich zeigt, warum das Kleinwalsertal und Oberstdorf sich nie um die Grenze geschert haben: eine Bahn von jeder Seite, ein gemeinsames Wegenetz, ein gemeinsames Skigebiet. Für Gäste bedeutet das ungewöhnlich viel Auswahl auf engem Raum – eine halbe Stunde bis zum Gipfelkreuz, vier Stunden über den Grat, dazwischen ein Wasserweg für Kinder und eine Sonnenterrasse für alle, die einfach nur sitzen wollen.

Wer einmal im Leben hierher kommt, sollte die letzte Juniwoche wählen und früh mit der ersten Bahn hinauffahren: Alpenrosen bis zum Horizont, kühle Luft am Grat und ein Panorama, das vom Ifen über den Gottesacker bis zur Allgäuer Hauptkette reicht – und danach unten im Tal noch Zeit für einen Kaffee, bevor der Nachmittag heiß wird.

Hannes Leberbauer

Hannes Leberbauer ist 46 Jahre, und seit über 20 Jahren journalistisch tätig. Er ist in Salzburg zuhause und schreibt bei uns immer wieder über seine Liebe zu den Bergen und dem Tal.