Das Leitungswasser im Kleinwalsertal kommt aus vier Quellen und einem Grundwasserbrunnen, und das Walser Wasser braucht keine Ausnahmegenehmigung: Bei der Untersuchung 2025 lagen alle Werte deutlich unter den Grenzwerten der österreichischen Trinkwasserverordnung, Nitrat etwa bei höchstens 2,3 Milligramm je Liter, wo 50 erlaubt sind.

Herkunft und Versorgung
Die öffentliche Trinkwasserversorgung betreibt die Gemeinde Mittelberg selbst, betreut von den Wassermeistern der Gemeindewerke. Ihr Anfang liegt im Jahr 1954, als die Quelle „Chalts Bächle“ (kaltes Bächle) am Höhenweg zwischen Mittelberg und Baad gefasst wurde. Sie ist bis heute die größte Quelle des Tals: Bis zu 80 Liter pro Sekunde treten hier aus dem Berg, nach Angaben von Kleinwalsertal Tourismus deckt sie knapp ein Drittel der Versorgung.
Laut Wasserwerk der Gemeinde verteilt ein Leitungsnetz von rund 100 Kilometern das Wasser, zehn Hochbehälter speichern zusammen rund 2.700 Kubikmeter. Im Jahr werden etwa 450.000 Kubikmeter verbraucht. Rund 88 Prozent aller Gebäude der Gemeinde hängen an der öffentlichen Leitung. Ein kleines Wasserkraftwerk im Netz erzeugt nebenbei Strom, der ins öffentliche Netz geht.
Dass im Tal genug Wasser ankommt, liegt am Untergrund. Regen und Schmelzwasser versickern in den oberen Gesteinsschichten, sickern durch Risse und Spalten und werden dabei gefiltert und mit Mineralien angereichert, bis sie als Quelle wieder austreten. Im Karst von Hohem Ifen und Gottesacker fließt das Wasser dagegen schnell unterirdisch ab und speist direkt die Bäche. Der Waldboden wirkt wie ein Schwamm und gibt das Wasser nur langsam ans Grundwasser weiter.
Die Werte aus der Untersuchung 2025
Einmal im Jahr muss die Gemeinde ihre Abnehmer über die aktuellen Ergebnisse informieren. Die Proben untersucht das Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Landes Vorarlberg. Weil sich das Wasser aus mehreren Quellen im Netz mischt, nennt der Befund für jeden Wert eine Spanne:
| Parameter | Ergebnis 2025 | Grenzwert |
|---|---|---|
| pH-Wert | 7,7 - 8,0 | 6,5 - 9,5 |
| Gesamthärte | 6,6 - 10,5 °dH | - |
| Karbonathärte | 6,2 - 9,5 °dH | - |
| Calcium | 31 - 59 mg/l | unter 400 mg/l |
| Magnesium | 1,5 - 14 mg/l | unter 150 mg/l |
| Natrium | unter 0,5 - 2,5 mg/l | unter 200 mg/l |
| Kalium | unter 0,5 - 0,9 mg/l | unter 50 mg/l |
| Nitrat | unter 1,0 - 2,3 mg/l | unter 50 mg/l |
| Chlorid | unter 0,5 mg/l | unter 200 mg/l |
| Sulfat | 2 - 24 mg/l | unter 250 mg/l |
Quelle: Gemeinde Mittelberg, Information über das Wasser der öffentlichen Trinkwasserversorgungsanlage. Pestizide waren im untersuchten Umfang nicht nachweisbar.
Wer eine Kaffeemaschine oder einen Wasserkocher auf die Wasserhärte einstellen muss, rechnet je nach Mischung mit 6,6 bis 10,5 Grad deutscher Härte. Auffällig niedrig ist der Natriumgehalt von höchstens 2,5 Milligramm je Liter.
Leitungswasser oder Mineralwasser?
Kleinwalsertal Tourismus hat das Wasser der Quelle Chalts Bächle mit zwei bekannten Mineralwässern verglichen. Es enthält 53 Milligramm Calcium, 11 Milligramm Magnesium und 2 Milligramm Natrium je Liter. Evian kommt in dieser Gegenüberstellung auf 80, 26 und 6,5 Milligramm, Vittel auf 94, 20 und 7,7.
Als Mineralstoffquelle taugt keines der drei Wässer wirklich. Erwachsene brauchen am Tag rund 1.000 Milligramm Calcium und 300 bis 350 Milligramm Magnesium, das meiste davon liefert das Essen. Der Unterschied liegt woanders: Nach Angaben der deutschen Verbraucherzentrale belastet Mineralwasser das Klima im Schnitt 600-mal stärker als Leitungswasser, und schleppen muss man es auch nicht. Den ausführlichen Vergleich hat Kleinwalsertal Tourismus im Beitrag Hinter den Kulissen des Walser Wassers zusammengestellt.
Vom Kleinwalsertal ins Schwarze Meer
Durch Vorarlberg verläuft die Europäische Wasserscheide, vom Hohen Ifen bis zum Arlberg. Was östlich davon abfließt, also auch die Breitach aus dem Kleinwalsertal, erreicht nicht den Bodensee und den Rhein, sondern über die Donau das Schwarze Meer.
Die Trinkwasserversorgung wird vom Rathaus der Gemeinde Mittelberg aus gesteuert: Walserstraße 52, 6991 Riezlern, Telefon +43 5517 531 50.