Ein Skitag für zwei Erwachsene und zwei Kinder im Verbund Oberstdorf-Kleinwalsertal kostet gut 195 Euro – nur für die Karten. Wer die Kosten wirklich senken will, entscheidet das nicht an der Kasse, sondern bei der Buchung der Unterkunft: Über 200 Gastgeber im Tal geben im Sommer das Bergbahnticket kostenlos mit, und viele Häuser haben auch im Winter vergünstigte Kontingente. Der Rest ist Rechnen.
Die folgenden Beträge sind der Stand von August 2026. Die Wintertarife der Saison 2026/27 waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht; die Preise der Saison 2025/26 geben aber die Größenordnung zuverlässig wieder, weil die Steigerungen in den vergangenen Jahren im niedrigen einstelligen Prozentbereich lagen.
Was der Skipass abdeckt
Der Skipass Oberstdorf-Kleinwalsertal gilt an allen Anlagen beider Regionen: rund 130 Pistenkilometer, sieben Berge, 48 Lifte und Bahnen – über eine Staatsgrenze hinweg, ohne dass Sie an irgendeiner Stelle nachlösen müssten. Dazu gehören auf Walsertaler Seite Kanzelwand, Ifen, Walmendingerhorn, Heuberg und Zaferna, auf Oberstdorfer Seite Nebelhorn, Fellhorn und Söllereck.
Diese Bündelung ist der eigentliche Wert der Karte. Wer nur im Kleinwalsertal fährt, nutzt einen Bruchteil – wer den Skibus nimmt und morgens am Fellhorn startet und nachmittags am Ifen landet, holt den Preis heraus. Was die einzelnen Gebiete bieten, steht auf der Seite zum Skigebiet Kleinwalsertal, die beiden größten Berge im Portrait unter Kanzelwand und Fellhorn und Walmendingerhorn.
Tageskarten im Winter
Die Tagesskipässe für das gesamte Gebiet lagen in der Saison 2025/26 bei diesen Beträgen:
- Erwachsene: 68,70 Euro
- Jugendliche (Jahrgänge 2008 und 2009): 52,90 Euro
- Studierende und Auszubildende: 52,90 Euro
- Kinder (Jahrgänge 2010 bis 2019): 29,00 Euro
- Kleinkinder (Jahrgang 2020 und jünger): 15,00 Euro
Wer nur an einem Berg bleibt, kommt günstiger weg. Der Söllereck-Tarif kostete für Erwachsene 56,90 Euro, für Jugendliche und Studierende 48,00 Euro, für Kinder 29,00 Euro. Das lohnt sich vor allem für Familien mit Anfängern, die ohnehin nicht das ganze Gebiet abfahren.
Für kurze Tage gibt es Drei-Stunden-Karten: 54,30 Euro für Erwachsene im gesamten Gebiet, 41,80 Euro für Jugendliche und Studierende, 25,00 Euro für Kinder. Am Söllereck liegen die entsprechenden Werte bei 49,90, 40,50 und 23,90 Euro. Rechnen Sie ehrlich: Der Unterschied zwischen drei Stunden und einem ganzen Tag beträgt bei Erwachsenen keine 15 Euro – wer um 11 Uhr startet, fährt oft mit der Tageskarte besser.
Anfängerkarten: der günstige Einstieg
Für Fahranfänger lohnt der große Skipass selten. Im Kleinwalsertal gibt es deshalb eigene Karten für die Übungslifte – Förderbänder, Schlepplifte und flache Übungshänge an mehreren Standorten im Tal. Die Tageskarte kostete zuletzt 43,00 Euro für Erwachsene, 33,00 Euro für Jugendliche und 29,00 Euro für Kinder. Für drei Stunden waren es 37,00, 28,50 und 23,50 Euro, für zwei Stunden 34,50, 26,50 und 22,00 Euro.
Wichtig für Familien, bei denen ein Teil schon fährt: Diese Karten lassen sich im Laufe des Tages auf das gesamte Skigebiet aufwerten. Wer morgens den Übungshang bucht und mittags feststellt, dass es besser läuft als gedacht, zahlt nur die Differenz. Passende Kurse finden Sie auf der Seite zu den Skischulen, Ausrüstung beim Skiverleih.
Mehrtageskarten
Mehrtageskarten gibt es für 2, 3, 4, 5 und 6 Tage, gültig an allen Liften und Bahnen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal, mit einer Wintersaison von Dezember bis Mai. Die Ersparnis gegenüber einzelnen Tageskarten steigt mit jedem Tag – ab etwa dem dritten Tag ist der Aufschlag pro zusätzlichem Skitag deutlich geringer als ein Einzelticket.
Die genauen Beträge veröffentlichen die Bergbahnen jeweils vor Saisonbeginn als vollständige Preisliste. Für Mitglieder des hauseigenen Club-Programms lassen sich zusätzlich gesammelte Punkte in Rabatte umwandeln.
Saisonkarten
Wer mehr als etwa neun Skitage plant, sollte die Saisonkarte prüfen. In der Saison 2025/26 kostete sie:
- Erwachsene: 629,00 Euro
- Senioren (Jahrgänge 1966 bis 2007): 597,00 Euro
- Super-Senioren (Jahrgang 1945 und älter): 240,00 Euro
- Studierende und Auszubildende (2000 bis 2007): 377,00 Euro
- Jugendliche (2008 und 2009): 302,00 Euro
- Kinder (2010 bis 2019): 240,00 Euro
- Kleinkinder (2020 und jünger): 150,00 Euro
Die Karte gilt von Dezember bis Mai für unbegrenztes Skifahren; ab dem 1. Oktober ist zusätzlich eine Berg- und Talfahrt pro Tag im Herbstbetrieb enthalten. Für alle ermäßigten Kategorien ist ein amtlicher Lichtbildausweis mit Altersnachweis erforderlich, bei Studierenden zusätzlich der Studienausweis. Eine Übersicht steht auf der Seite zur Saisonkarte.
Superschnee und Jahreskarte
Deutlich größer ist der Radius der Superschnee-Karte, die neben Oberstdorf und dem Kleinwalsertal weitere Gebiete im Allgäu und in Tirol umfasst. In der vergangenen Saison lag sie bei 666 Euro für Erwachsene, gültig vom 1. Oktober bis Anfang Mai. Die Jahreskarte mit Sommerbetrieb kostete 817 Euro und lief bis Ende September.
Auch hier sind die Altersstufen gestaffelt: Kinder ab Jahrgang 2020 zahlten 145 Euro für die Saison beziehungsweise 177 Euro für das Jahr, Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019 lagen bei 220 und 270 Euro, Jugendliche bei 260 und 319 Euro, Studierende und Auszubildende bei 400 und 490 Euro. Im Sommerbetrieb gilt eine Einschränkung: eine Berg- und Talfahrt pro Bahn und Tag, nicht unbegrenzt. Details stehen auf der Superschnee-Seite.
Sommer: die Einzelfahrten
Im Sommer wird an jeder Bahn einzeln kassiert, und die Unterschiede sind erheblich. Die Tarife für 2026:
- Kanzelwandbahn, Berg- und Talfahrt: 39,30 Euro, einfache Fahrt 29,90 Euro
- Fellhornbahn bis zum Gipfel, Berg- und Talfahrt: 41,30 Euro
- Zwei-Länder-Wanderticket für Kanzelwand und Fellhorn: 41,30 Euro
- Ifenbahn, Berg- und Talfahrt: 28,00 Euro, einfache Fahrt 21,80 Euro
An der Ifenbahn zahlen Jugendliche der Jahrgänge 2008 und 2009 sowie Studierende 21,50 Euro für die Berg- und Talfahrt und 17,00 Euro für eine einfache Fahrt, Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019 kommen mit 10,50 beziehungsweise 8,50 Euro aus. Die vollständigen Tarife stehen auf den Seiten zur Ifenbahn und zu Fellhorn und Kanzelwand.
Eine Regelung ist für Familien entscheidend: Im Sommer 2026 zahlt innerhalb einer Familie nur das erste Kind, alle weiteren Kinder fahren kostenlos mit. Kinder ab Jahrgang 2020 fahren generell frei. Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern zahlt an der Kanzelwand also für zwei Erwachsene und ein Kind.
Deutlich günstiger sind die kleinen Bahnen. Die Heubergbahn in Hirschegg kostete im Sommer 2026 für die Berg- und Talfahrt 16,20 Euro für Erwachsene, 12,50 Euro für Jugendliche und Studierende und 7,00 Euro für Kinder; eine einfache Fahrt liegt rund ein Fünftel darunter. Für einen Nachmittag mit kleinen Kindern ist das die vernünftigere Wahl als eine Auffahrt für 40 Euro.
Sommer: Gipfel(S)pass und GUT-Ticket
Wer mehrere Tage am Berg verbringt, fährt mit einer Mehrtageskarte besser. Es gibt zwei Varianten, die sich in Umfang und Preis unterscheiden.
Der Gipfel(S)pass gilt für sieben oder 14 zusammenhängende Tage an sieben Bergen – Nebelhorn, Söllereck, Fellhorn, Kanzelwand, Ifen, Heuberg und Zaferna – mit je einer Nutzung pro Berg und Tag. Erwachsene zahlten im Sommer 2026 143 Euro für sieben Tage und 205 Euro für 14 Tage, Jugendliche und Studierende 103 beziehungsweise 148 Euro, Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019 54,50 beziehungsweise 78 Euro.
Das GUT-Ticket deckt dieselben Berge ab und schließt zusätzlich den Eintritt in die Breitachklamm ein. Es kostete 187 Euro für sieben Tage und 269 Euro für 14 Tage bei Erwachsenen, 135 beziehungsweise 194 Euro für Jugendliche und Studierende sowie 71 beziehungsweise 102 Euro für Kinder.
Die Rechnung ist schnell gemacht: Der Gipfel(S)pass für sieben Tage entspricht etwa dreieinhalb einzelnen Kanzelwand-Auffahrten. Wer in einer Woche vier Mal auf einen Berg fährt, hat ihn heraus – und alles Weitere ist Zugabe.
Bergbahn Unlimited: der Weg über die Unterkunft
Das mit Abstand günstigste Modell läuft nicht über die Kasse, sondern über den Gastgeber. Bei Bergbahn Unlimited erhalten Gäste teilnehmender Häuser die Bergbahnen für die Dauer ihres Aufenthalts kostenlos dazu – täglich beliebig oft, an allen Bahnen und Sesselliften im Kleinwalsertal und in Oberstdorf.
Im Sommer 2026 gilt das Angebot vom 1. Mai bis zum 8. November bei über 200 Gastgebern im Tal. Das Ticket wird direkt auf den digitalen Gästepass gebucht, eine zusätzliche Karte brauchen Sie nicht. Wer im Sommer ins Tal fährt, sollte deshalb zuerst nach dieser Leistung filtern und erst danach nach Preis: Eine Woche mit täglicher Bergfahrt ersetzt mehrere Hundert Euro an Einzeltickets – was die Unterkünfte im Tal im Detail mitgeben, steht in ihren jeweiligen Angeboten.
Eine Einschränkung gilt für diesen Sommer: Die Walmendingerhornbahn ist wegen des Neubaus außer Betrieb und startet erst zur Wintersaison 2026/27 wieder. Die übrigen Bahnen laufen normal.
Allgäu 365+ für Wanderer und Spaziergänger
Eine dritte Variante richtet sich an alle, die das ganze Jahr über auf die Berge fahren wollen, aber ohne Ski. Die Karte Allgäu 365+ kostete zuletzt 419 Euro für Erwachsene, 336 Euro für Jugendliche, Studierende und Auszubildende sowie 230 Euro für Kinder und gilt 365 Tage ab Kaufdatum.
Enthalten sind 23 Liftanlagen in den Regionen Allgäu, Tirol und Kleinwalsertal, darunter Nebelhorn, Fellhorn und Kanzelwand, Söllereck, Walmendingerhorn, Heuberg und Zaferna sowie die Ifenbahn. Die Regel dazu: eine Berg- und Talfahrt pro Anlage und Tag, mehrere Bahnen am selben Tag sind möglich, der Transport von Sportgeräten ist ausgeschlossen. Für Wanderer, Winterwanderer und alle, die einfach oben sitzen wollen, ist das die passende Karte – Ideen dafür stehen auf den Seiten zum Wandern und zum Winterwandern.
Was neben den Bahnen noch kostet
Zwei Posten gehen bei der Urlaubskalkulation gern unter. Der erste ist die Gästetaxe: Sie liegt bei 4,40 Euro pro Person und Nacht im Sommer und 4,70 Euro im Winter, ab 14 Jahren, und wird über die Unterkunft eingehoben. Dafür gibt es den Gästepass mit kostenlosem Busverkehr im gesamten Tal.
Der zweite ist das Langlaufen: Die Loipen im Tal kosten 5 Euro pro Tag, mit Gästekarte ist die Nutzung frei. Bei über 40 Loipenkilometern ist das der günstigste Wintersport im Kleinwalsertal – Details stehen auf der Seite zum Langlauf.
Gästekarte, Chipkarte und Ausweispflicht
Drei praktische Punkte, die an der Kasse regelmäßig für Verzögerung sorgen:
- Chipkarten-Pfand. Auf jede Karte kommen 3 Euro Pfand für die Chipkarte, die bei Rückgabe erstattet werden. Wer öfter kommt, behält die Karte und lädt sie online auf.
- Ausweispflicht bei Ermäßigungen. Für alle reduzierten Tarife ist ein amtlicher Lichtbildausweis mit Altersnachweis nötig, Studierende brauchen zusätzlich den Studienausweis. Kopien werden nicht akzeptiert.
- Der Gästepass ist kein Bergbahnticket. Der Gästepass, den jeder gemeldete Gast bekommt, macht den Walserbus kostenlos und bringt Vergünstigungen – die Bergbahnen sind darin aber nur enthalten, wenn Ihr Gastgeber Bergbahn Unlimited anbietet.
Wo sich wirklich sparen lässt
Aus den Tarifen ergeben sich vier Hebel, und sie wirken unterschiedlich stark.
Der stärkste ist die Unterkunft. Ein Haus mit inkludierten Bergbahnen spart im Sommer pro Person und Woche schnell 150 Euro und mehr – das übertrifft jeden Rabatt an der Kasse.
Der zweite ist die Aufenthaltsdauer. Mehrtageskarten und Wochenpässe rechnen sich ab dem dritten bis vierten Nutzungstag. Wer zwei Tage bleibt, zahlt fast den vollen Einzelpreis.
Der dritte ist das Alter. Die Jahrgangsgrenzen sind hart: Ein Kind, das im Dezember 14 wird, rutscht in die nächste Kategorie. Prüfen Sie die Jahrgangsangaben vor der Buchung, das kann bei mehreren Kindern dreistellig ausmachen.
Der vierte ist die Saison. Im Winter zahlen Sie an einem Januarwochenende denselben Preis wie an einem Märzdienstag, bekommen aber deutlich mehr Wartezeit dafür. Wer flexibel ist, fährt unter der Woche und in den Randwochen – und hat den Berg fast für sich.
Häufige Fragen
Gilt der Skipass in beiden Ländern?
Ja. Der Skipass Oberstdorf-Kleinwalsertal umfasst alle Anlagen in beiden Regionen, unabhängig davon, ob sie in Deutschland oder Österreich stehen. Nachlösen an der Grenze entfällt.
Was kostet ein Skitag für eine Familie?
Nach den Tarifen der Saison 2025/26 zahlen zwei Erwachsene und zwei Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019 zusammen rund 195 Euro pro Tag. Mehrtageskarten und Angebote der Unterkunft senken diesen Betrag deutlich.
Lohnt sich die Saisonkarte?
Bei 629 Euro und einem Tagespreis von 68,70 Euro liegt der Break-even bei etwa neun bis zehn Skitagen. Wer regelmäßig ins Tal fährt oder in der Nähe wohnt, ist damit schnell im Vorteil – für einen einwöchigen Urlaub lohnt sie nicht.
Sind die Bergbahnen im Gästepass enthalten?
Nicht automatisch. Der Gästepass bringt kostenlosen Busverkehr und Vergünstigungen. Bergbahnfahrten sind nur enthalten, wenn Ihre Unterkunft am Programm Bergbahn Unlimited teilnimmt.
Kann man Skipässe online kaufen?
Ja, die Bergbahnen betreiben einen eigenen Ticketshop. Das spart vor allem an Wochenenden Zeit, weil die Karte direkt auf eine vorhandene Chipkarte geladen werden kann.
Fazit
Die Preise im Verbund Oberstdorf-Kleinwalsertal liegen im üblichen Rahmen großer Alpenskigebiete: knapp 70 Euro für den Skitag, 629 Euro für die Saison, im Sommer zwischen 28 und gut 41 Euro pro Bergfahrt. Wer sie einzeln zahlt, zahlt viel.
Die Alternative steht nicht auf der Preisliste, sondern im Angebot der Gastgeber: Über 200 Häuser geben im Sommer die Bergbahnen kostenlos mit, und für längere Aufenthalte sind Gipfel(S)pass und GUT-Ticket die passende Antwort. Wer diese beiden Wege prüft, bevor er die erste Tageskarte kauft, hat den größten Teil der Rechnung bereits gelöst – und der Rest hängt am Wetter, nicht am Geld.
