Das Kleinwalsertal ist ein Tal für alle, die die Ruhe suchen. Abseits der Orte und Bergbahnen liegen stille Seitentäler, rauschende Wasserfälle, bizarre Felslandschaften und kleine Bergseen, an denen die Zeit stillzustehen scheint. Wer seine Urlaubstage am liebsten in der Natur verbringt, findet hier eine Fülle an Orten, die den Weg lohnen.
Wir stellen Ihnen die schönsten Naturplätze des Tals vor, von den bekannten Highlights bis zu stillen Winkeln, die viele Besucher übersehen.
Das Schwarzwassertal
Das Schwarzwassertal ist das längste Seitental des Kleinwalsertals und zieht sich über rund 13 Kilometer bis hinauf zu den Gipfeln von Grünhorn, Steinmandl und dem markanten Hohen Ifen. Als Naturschutzgebiet ist es ein Rückzugsraum für seltene Pflanzen und Tiere und zugleich ein wunderbares Wanderziel.
Sehenswert sind hier gleich mehrere Naturphänomene: die Naturbrücke, ein geschütztes Naturdenkmal, und die Kessellöcher, kesselartige Auswaschungen, die das Wasser über Jahrtausende in den Fels gegraben hat. Ausgangspunkt ist meist die Auenhütte an der Talstation der Ifenbahn.
Das Wildental
Wild und romantisch, so beschreibt sich das Wildental bei Mittelberg am treffendsten. Viehweiden, blumenübersäte Wiesen und ragende Dolomitfelsen prägen das idyllische Seitental. Sein Höhepunkt liegt am Talende: Dort stürzt sich der Wildenbach als imposanter Wasserfall über die Felsen, ein Naturschauspiel, das sich aus nächster Nähe bestaunen lässt.
Das Gottesackerplateau
Kaum ein Ort im Tal wirkt so unwirklich wie das Gottesackerplateau oberhalb von Hirschegg. Die zerfurchte Karstlandschaft aus verwittertem Kalkstein erinnert an eine Mondlandschaft und steht als Teil eines Natura-2000-Gebiets unter Schutz. Der Aufstieg erfolgt meist über die Ifenbahn. Achtung: Das Plateau ist nur bei guten Bedingungen, mit Erfahrung und guter Ausrüstung oder in Begleitung eines Bergführers zu begehen. Weitere Tourenideen finden Sie auf unserer Seite zum Wandern im Kleinwalsertal.
Bergseen: Herzsee und Riezler Alpsee
Auch stille Wasser hat das Tal zu bieten. Der kleine Herzsee unterhalb der Auenhütte ist über einen kurzen Spaziergang von der Ifenbahn erreichbar und besticht an sonnigen Sommertagen mit seinen besonderen Farben. Etwas höher, über den Fellhorn-Gratweg zu erreichen, liegt der Riezler Alpsee mit weitem Blick über die Bergwelt. Beide sind lohnende Ziele für eine gemütliche Rast in der Natur.
Das Bärgunttal und der Widderstein
Am hintersten Talende, bei Baad, öffnet sich das stille Bärgunttal. Der leichte Rundweg durch das Tal führt über freie Wiesen und an rauschenden Bächen entlang, immer im Blick der mächtige Große Widderstein, mit über 2.500 Metern der höchste Berg des Kleinwalsertals. Gerade hier, wo die Straße endet, ist die Natur besonders ursprünglich und ruhig.
Die Breitachklamm
Kein Naturführer durch das Kleinwalsertal kommt an der Breitachklamm vorbei. Die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas liegt am Talausgang bei der Walserschanz und beeindruckt im Sommer mit tosendem Wasser zwischen bis zu 87 Meter hohen Felswänden, im Winter mit meterhohen Eisgebilden. Ein Naturschauspiel der Superlative, gut gesichert und für die ganze Familie begehbar.
Tipps für Naturerlebnisse
- Rücksicht nehmen: Viele dieser Orte liegen in Schutzgebieten. Bleiben Sie auf den Wegen, meiden Sie Wildruhezonen und nehmen Sie Ihren Abfall wieder mit.
- Jahreszeit beachten: Wasserfälle und Hochplateaus sind vor allem im Sommer zugänglich, im Winter zeigen sich Schwarzwassertal und Breitachklamm von ihrer verschneiten Seite.
- Gut vorbereitet: Festes Schuhwerk, Wetter- und Lawineninfos sowie ausreichend Zeit gehören zu jeder Tour in die Natur.
- Konkrete Ziele: Wasserfälle im Tal sind gut dokumentiert bei Outdooractive, die schönsten Seen bei Komoot.
Fazit
Von den Kessellöchern im Schwarzwassertal über den Wasserfall im Wildental bis zum Gottesackerplateau und der Breitachklamm, das Kleinwalsertal ist ein Tal der stillen, eindrucksvollen Naturplätze. Wer sich Zeit nimmt, abseits der bekannten Wege geht und die Natur mit Respekt behandelt, entdeckt hier Orte, die lange in Erinnerung bleiben. Bequem hinauf in die Höhe kommen Sie übrigens mit der Ifenbahn und den anderen Bergbahnen im Tal.
